Geologie

Der Schwerpunkt unserer Rohstoffgewinnung liegt auf den Sanden und Kiesen der Weser. Die Flussablagerungen der Weser die heute als Rohstoffe gewonnen werden, stammen aus dem Quartär, sind also nicht älter als 2,5 Millionen Jahre. Es handelt sich demnach in geologischen Maßstäben um recht junge Sedimente. Das Quartär ist das jüngste und aktuell andauernde Erdzeitalter. Es wird durch markante Wechsel von Kalt- und Warmzeiten geprägt, die zu intensiven Phasen von Erosion und Sedimentation geführt haben. Am prägendsten für Südniedersachsen war die Saale-Kaltzeit zwischen etwa 300.000 und 130.000 Jahren vor heute. Die skandinavischen Eisschilde reichten damals in ihrer maximalen Ausdehnung bis an das Lipper Bergland heran. Die wesentlichen Kiesvorkommen im Wesertal bei Rinteln stammen aus der frühen Saale-Kaltzeit und werden der sogenannten Mittelterrasse der Weser zugeordnet. Die Kiesvorkommen an den Gewinnungsstellen in Stolzenau und Bodenwerder hingegen sind deutlich jünger und werden als Niederterrasse bezeichnet. Als Zeuge des Vordringens der Gletscher bis nach Südniedersachsen enthalten die Kiese der Mittelterrasse etwa 5-8 % nordisches Gesteinsmaterial, das über die Gletscher aus Skandinavien hierher transportiert wurde. Hauptsächlich besteht der Weserkies jedoch aus Buntsandstein, Vulkangesteinen des Thüringer Waldes und weiteren Gesteinsarten, die der Fluss aus seinem Oberlauf mitbringt und im flacheren Mittel- und Unterlauf dann ablagert.

Die Sand- und Kiesvorkommen, die im Trockenabbauverfahren in unseren beiden Gruben in Möllenbeck gewonnen werden, sind zwar auch durch Fließgewässer abgelagert worden, werden aber den glazialen, also unter Gletschereinwirkung entstandenen Formen zugeordnet. Während der größten Ausdehnung der Gletscher in der Saale-Kaltzeit lag der Nordrand des Lipper Berglandes genau am Eisrand. Die Gletscher strömten über das Wesergebirge ins Wesertal und endeten an den Hängen des Lipper Berglandes. Zwischen dem Eisrand und den Erhebungen des Lipper Berglandes sammelte sich Schmelzwasser, welches von dort nicht einfach abfließen konnte. Die im Schmelzwasser mitgeführten Sedimente setzen sich ab und formten mit der Zeit mächtige Schichten aus Sanden und Kiesen. Nach dem Rückzug der Gletscher sind diese Ablagerungen als den Hängen vorgelagerte Terrassen zurückgeblieben. Diese Geländeform wird daher Kamesterrasse genannt.

Auch bei der Entstehung der Lagerstätten an unseren Gewinnungsstätten in der Lüneburger Heide waren die Gletscher der Saale-Kaltzeit maßgeblich beteiligt. Da die Gletscher bis nach Ostwestfalen vorgedrungen sind, war die Lüneburger Heide während der Saale-Kaltzeit mehrfach unter Gletschern begraben. Durch die Eisbewegung am Grund von Gletschern und durch die Schmelzwasserströme, die unter den Gletschern fließen, bilden sich dort unsortierte Ablagerungen aller Korngrößen, von Ton bis hin zu Kies und größeren Steinen. Sie werden Geschiebemergel genannt und bilden die sogenannte Grundmoräne, also die Sedimente, die am Grund eines Gletschers entstehen. Nach der Saale-Kaltzeit folgte im Quartär noch eine weitere Kaltzeit, die nach dem Fluss Weichsel benannt wurde. Sie dauerte von etwa 120.000 bis ungefähr 10.000 Jahren vor heute. Die Eismassen aus Norden drangen aber nicht mehr so weit nach Süden vor wie während der Saale-Kaltzeit, so dass die Lüneburger Heide nicht vom Eis bedeckt wurde, sondern im Gletschervorfeld lag. Die Lockermaterialmassen, die von Gletschern produziert und transportiert werden, werden vom Eisrand durch Schmelzwasserströme und Wind in das Gletschervorfeld getragen und dort abgelagert. So haben sich in der Lüneburger Heide große, sogenannte Sander gebildet.