Ökologie

Die durch den Bodenabbau entstandenen vermeintlichen „Wunden“ in der Landschaft bieten Tier- und Pflanzenarten, die weder in landwirtschaftlichen Monokulturen noch in der Stadt überleben können, wertvolle Schlupfwinkel und ungestörten Lebensraum. Inzwischen ist sogar bewiesen, dass gerade die „Wunden“ des Kies- und Sandabbaus vielen Tier- und Pflanzenarten ein Refugium von unschätzbarem Wert bieten und einige Arten vor dem Aussterben bewahren. Manche Arten wie Kreuzkröte, Zauneidechse, Grabwespe, Gelbbauchunke oder Solitärbiene haben sich sogar auf Kiesgruben spezialisiert – auf ihren letzten ungestörten Zufluchtsort. Ein anschauliches Beispiel sind unverbaute und unregulierte Flussläufe, die mit ihren Kiesbänken und Steilufern/Abbruchkanten die natürlichen Lebensräume des Flussregenpfeifers und der Uferschwalbe darstellen. Diese Landschaftselemente sind jedoch weitgehend aus der heutigen Kulturlandschaft verschwunden, sodass die offenen Kies- und Sandflächen und die Abbruchwände in den Abbaustätten diesen Arten einen wichtigen Ersatzlebensraum bieten.