Findlinge

Was sind Findlinge?

Findlinge sind durch die nordische Eiszeitgletscher in unseren Raum hergeschobene Gesteine von erheblicher Größe. Ihr ursprüngliche Heimat ist Skandinavien. Die kleineren Vertreter dieser Gruppe bezeichnet man als Geschiebe. Stammen sie aus der näheren Umgebung (Nammen), bezeichnetmansie als Lokalgeschiebe.

Was sind "Kames"?

Der Begriff "Kames" (sprich: "Kaems") wurde erstmalig 1883 in England im Zusammenhang mit eiszeitlichen Bildungen gebraucht. Kames sind nach heutiger Definition glaziale Aufschüttungen in Form kuppiger Hügel aus geschichteten Sanden und Kiesen. Sie wurden von Schmelzwasserflüssen zwischen Resten zerfallener Toteis-Massen aufgeschüttet.

Kames stellen eine Sonderform der Endmoräne dar, daher werden sie auch als Endmoränenvertreter bezeichnet. Bei der "normalen Endmoräne" werden vor dem Eisrand durch die Schmelzwässer aus dem Eis Sande und Kiese abgelagert. Das Wasser kann frei ablaufen. Die abgelagerten Sedimente zeigen ein Einfallen der Schichten vom Eisrand weg. Das abgelagerte Material besteht aus Komponenten, die mit dem Gletscher hierher transportiert wurden.

Bei Kames ist die Entstehung anders. Die Schmelzwässer können nicht frei vom Eisrand weg abfließen, da durch einen korrespondierenden Eisrand oder andere morphologische Hindernisse ein Staueffekt entsteht. Die abgelagerten Sedimente bestehen aus höhenparallel angeordneten Kies- und Sandlagen, die intern schräg geschichtet sind. Dieses Sedimentationsbild ist vergleichbar dem von Flußablagerungen. Oft stellen Teile der Sedimente in Kames keine Ausschmelzprodukte des Eises dar, sondern werden von Flüssen an den Eisrand und zwischen die einzelnen Eisblöcke transportiert. Dabei kommt es regelmäßig zur Einlagerung großer Eisblöcke in diese Sedimente. Dieses sogenannte "Toteis" schmilzt sehr viel später ab, die entstehenden Hohlräume stürzen ein, die für die Kames-Körper charakteristische kuppige Oberflächenform entsteht.

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