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Wesersandstein aus Vlotho für die Werre in Löhne: Wasserbaustein aus 250 Millionen Jahren Erdgeschichte

Juni 2026

An der Werre zwischen Löhne und Bad Oeynhausen läuft seit Herbst 2025 eines der größten Gewässerumbauprojekte der Region. Auf rund fünf Kilometern Flusslänge gestalten die beiden Städte gemeinsam die Werreaue neu – mit dem Ziel, die Werre zu renaturieren, Retentionsräume für den Hochwasserschutz zu schaffen und die EU-Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen. Gesamtkosten: rund 15 Millionen Euro, gefördert durch Bezirksregierung Detmold und das Umweltministerium NRW, Fertigstellung geplant bis 2028. Das Rohmaterial für eine der zentralen Wasserbaukonstruktionen, eine raue Sohlgleite, kommt aus dem Steinbruch Vlotho der WRM-REESE Unternehmensgruppe. Die Neue Westfälische berichtete darüber im Mai 2026.

Ein Stau, der durchlässig ist

Im Januar 2026 wurde die Werre abgesenkt, um die Bauarbeiten zu ermöglichen. Eines der technischen Kernobjekte dieser Bauphase ist die Sohlgleite: eine Konstruktion aus schweren Natursteinen, die das Wasser gezielt aufstaut und die Fließgeschwindigkeit reguliert – ohne den Fluss für Lebewesen zu sperren.

Alte Betonwehre, deren starre Absturzkanten Fische und Wirbellose jahrzehntelang an der Weiterreise flussaufwärts gehindert haben, werden im Projekt durch solche Gleiten aus Naturstein ersetzt. Der Unterschied liegt in der Bauweise: Raue Sohlgleiten sind keine glatten Barrieren, sondern strukturierte Schüttungen aus Bruchsteinen. Durch gezielte Lücken und Kehrwasserzonen entsteht eine Strömungsvielfalt, die wassergebundenen Organismen die Passage ermöglicht. Diese Durchgängigkeit ist eine der Kernanforderungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie.

Das Sielwehr in Bad Oeynhausen – erstmals 1753 errichtet – hatte die Werre bis weit in den Löhner Abschnitt zurückgestaut. Seine Wirkung auf die Gewässerökologie zu kompensieren und die natürliche Flussdynamik wiederherzustellen, ist eines der erklärten Projektziele.

Material aus der Trias, geliefert aus der Nachbarschaft

Der Buntsandstein, der im Flussbett der Werre verbaut wird, entstand in der Triaszeit vor rund 250 Millionen Jahren. Im Steinbruch Vlotho an der Weserstraße wird er seit mehr als 200 Jahren gewonnen – zunächst von lokalen Betrieben, seit 2020 durch die Steinbruchbetrieb Vlotho GmbH & Co. KG als Teil der WRM-REESE Unternehmensgruppe.

Heinz-Jürgen Requardt, bei WRM-REESE verantwortlich für die Rohstoffsicherung, ist am Standort der Ansprechpartner für Bauvorhaben dieser Art. Das Unternehmen beliefert von Vlotho aus gezielt Projekte in Löhne und Bad Oeynhausen – eine kurze Transportkette, die der Größe und dem Gewicht des Materials entgegenkommt: Wasserbausteine werden in Tonnen gerechnet, nicht in Kubikmetern.

Dass das Material auf kurzem Weg an den Einsatzort gelangt, hat eine historische Entsprechung: Früher wurde der Vlothoer Sandstein per Schubverband die Weser abwärts zu seinen Abnehmern transportiert – auf demselben Flusssystem, das er heute in veränderter Form mitgestaltet.

Mobiles Aufbereitungskonzept ermöglicht maßgeschneiderte Lieferung

Für Wasserbaumaßnahmen zählen vor allem Gewicht, Kantengeometrie und Korngrößenklasse der Steine. Die WRM-REESE Unternehmensgruppe hat den Betrieb in Vlotho in den vergangenen Jahren auf ein vollständig mobiles Abbau- und Aufbereitungskonzept umgestellt: Stationäre Anlagen wurden zurückgebaut, moderne mobile Maschinen bereiten das Gestein direkt vor Ort auf. Das ermöglicht es, Wasserbausteine in den jeweils geforderten Gewichtsklassen und Fraktionen bereitzustellen – von Einbaumaterial für Gleiten bis hin zu Steinschüttungen für Ufersicherungen.

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